Was Künstliche Intelligenz nicht für uns übernimmt
Agiles Unterrichten ist kein neues Werkzeug und kein weiteres Programm. Es ist eine Antwort auf eine Frage, die mit KI dringlicher geworden ist: Welche Denkarbeit lohnt sich noch, wenn das Abkürzen so leicht geworden ist?
Eine Aufgabe stellen, eine Antwort bekommen – das geht heute in Sekunden. Schülerinnen und Schüler tippen eine Frage ein und halten ein fertiges, oft überzeugendes Ergebnis in den Händen. Die Versuchung, den Weg zur Lösung zu überspringen, war noch nie so gross. Genau hier wird eine alte pädagogische Einsicht wieder aktuell: Gelernt wird nicht am Ergebnis, sondern auf dem Weg dorthin.
«Gelernt wird nicht am Ergebnis, sondern auf dem Weg dorthin.»
Die Diskussion über KI in der Schule dreht sich oft um die Frage, was die Technologie kann. Spannender ist die andere Frage: Was kann sie nicht für uns übernehmen?
Ein Problem im Team aushandeln. Eine Idee verwerfen und neu ansetzen. Verantwortung für einen Prozess tragen, der sich über die Zeit zieht. Diese Tätigkeiten lassen sich nicht an eine Maschine delegieren – und sie sind der Kern dessen, was agiles Arbeiten in den Unterricht bringt. Ganz nebenbei entlastet dieser Ansatz auch Sie als Lehrperson: Sie müssen nicht mehr pausenlos alleine die Antworten liefern, sondern übergeben Verantwortung an die Klasse und begleiten den Lernprozess.
Bekannt – und doch Neuland für viele
Neu ist das alles nicht. Agiles Arbeiten ist seit Jahren Teil der Bildungsdiskussion – mit Methoden wie Scrum oder Design Thinking, oft im projektartigen Lernen. Doch zwischen «schon mal gehört» und «im eigenen Unterricht erprobt» liegt eine Lücke: Im Alltag der meisten Schulen prägt weiterhin der Fachunterricht im 45-Minuten-Takt den Stundenplan.
Zwei Entwicklungen verschieben das gerade. Projektartige Gefässe wie Lernateliers, Projektwochen oder der FREI DAY schaffen feste Zeit für selbstorganisiertes Lernen. Und die KI-Debatte macht aus dem, was lange ein «nice to have» war, die Antwort auf eine konkrete Frage. Die Begriffe sind angekommen – seltener ist die Gelegenheit, agiles Arbeiten einmal selbst zu erleben. Genau dafür haben wir ein neues Weiterbildungsformat entwickelt.
Drei Kurse, ein Prinzip
Die Reihe «Agil unterrichten – Lernen neu denken» besteht aus drei eigenständigen Kursen, jeder ein eigener Zugang dorthin, wo die Künstliche Intelligenz nicht übernimmt. Einzeln besuchbar:
- Kurs 1: Herausforderungen kreativ lösen: Wie lösen Lernende ein echtes Problem, für das es noch keine fertige Antwort gibt? Sie durchlaufen einen Design-Thinking-Prozess selbst und nehmen einen eigenen Ansatz von der Fragestellung bis zum ersten Prototyp für Ihre Klasse mit.
- Kurs 2: Inhalte verdichten und zeigen: Wie bringt man ein Schulthema so auf den Punkt, dass es hängenbleibt? Sie verdichten im Team ein Thema zu einer Video-Story und erhalten das Rüstzeug, um Lernzyklen und Rückmelde-Schleifen in Ihrem Fach zu etablieren.
- Kurs 3: Projekte selbst organisieren: Wie erarbeitet sich eine Klasse Inhalte selbstorganisiert im Team? Sie erleben die agilen Rollen – angelehnt an Scrum – am eigenen Beispiel und entwickeln einen ersten eigenen Auftrag als Vorlage für Ihren Unterricht.
Selbst erleben – und dann loslegen
Agiles Unterrichten lernt man im Tun
In jedem Kurs durchlaufen Sie die Methode einmal selbst, bevor Sie sie in die eigene Klasse tragen. Wer alle besucht, hat die ganze Bandbreite agilen Unterrichtens erlebt – wer einen wählt, einen tragfähigen Einstieg. Und wenn es ans Umsetzen in der eigenen Klasse geht, sind wir gerne dabei – bei Fragen, beim ersten Versuch oder bei der Planung.
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